Die Geschichte unserer Pfarrei
Die Geschichte des Ortsteils Fürstätt reicht zurück bis in die Römerzeit. Prof. Franz Thoma hat der Geschichte Fürstätts ein eigenes Büchlein gewidmet. Danach soll es sich um die "Fährstätte"
einer Römerstraße über die Mangfall gehandelt haben. Der Quirinusberg sei ein fester Punkt im Überschwemmungsgebiet gewesen, von dem aus die Römer über die Haustätter Höhe nach Langenpfunzen zum
Innübergang "pons aeni" zogen. Die Tatsache, dass am Quirinusberg eine Quelle entspringt, führte dazu, dass hier wohl eine alte Taufstelle errichtet wurde, die Johannes dem Täufer,
geweiht war. Dieser war somit auch erster Kirchenpatron. Das setzte sich fort, so dass er später immer einen Seitenaltar, nun einen Glocke gewidmet bekam. Ca. 760 kam Fürstätt zum Kloster
Tegernsee und so wurde der Klosterpatron, der Hl. Quirinus, auch Patron der Kirche, die von den Fürstätter Bauern im 15. Jahrhundert als Eigenkirche der Dorfschaft Fürstätt errichtet wurde. Vom
heiligen Quirinus weiß man leider nur sehr wenig. Sein Martyrium ist in einem Fresko auf der Nordseite im Inneren der Kirche festgehalten. Die ursprünglich gotische Kirche wurde später
barokisiert. Einige Bilder auf der Empore der Kirche, vor allem aber das Altarbild stammen aus dieser Zeit. Bei der Säkularisation retteten die Fürstätter ihre Kirche mit dem Vorwand, man
benötige sie als Salzstadl. Im 19. Jahrhundert wurde die Kirche zweimal im neugotischen Stil umgestellt. Besonders bedauern es die Fürstätter heute, dass 1896 der "Fürstätter Altar", ein
einzigartiges spätgotisches Kunstwerk, an das bayerische Nationalmuseum verkauft wurde. Damals bekam man dafür 1500 Mark. Heute gilt er als Millionenobjekt. 1913 kam das Dorf Fürstätt zur Stadt Rosenheim. Ab 1919 betrieb der Seelsorgeverein die Errichtung einer
eigenen Seelsorgestelle. 1921 kam mit Prof. Franz Thoma der erste Seelsorger. 1923 wurde Fürstätt
Expositur, das heißt: Es gehörte zur Pfarrei St. Nikolaus in Rosenheim, wurde jedoch von einem ausgelagerten Kaplan (Expositus) selbstständig betreut. 1929 wurde der Teil östlich der Breitenstein-Wendelsteinstraße der neu errichteten Pfarrei Chriskönig zugeschlagen. Pfof. Thoma verließ daraufhin die
Expositur. Franz Weigl leitete sie bis zu seinem plötzlichen Tod 1924. Am 1. August 1934 folgte
ihm Franz Manhart. 1935 wurde Fürstätt Kuratie, 1946 Stadtpfarrei. 1936 begann der Bau der neuen
Pfarrkirche, der Rosenkranzkirche. Am 4. Juli 1937 wurde sie von Kardinal Faulhaber geweiht.
Fotos: (bitte zum vergrößern anklicken)